Süße Ravioli
Letzthin wurde ich für ein Interview gefragt, bei welcher Speise / bei welchem Produkt es mir am schwersten fällt, darauf zu verzichten? Meine Antworten waren folgende: Zopfbrot – das habe ich immer sehr gerne gegessen –, unsere traditionellen Kässpätzle, z.B. im Winter auf einer Skihütte, Bier und Radler – vor allem im Sommer – und oft meine geliebten Ravioli. Aber die kann man mit glutenfreiem Mehl ja auch selber herstellen…
Wenn ich in meiner Heimatstadt Dornbirn bin, versuche ich auch eine Kochsession mit meiner Freundin Johanna einzuplanen, die wie ich auch Zöliakie hat. Bei ihr ist Zöliakie das Normalste auf Erden, da sie erstens damit geboren wurde und zweitens ihre Schwester und ihre Mama auch Zöliakie haben. Daher wird bei ihnen Zuhause nur glutenfrei gekocht, und glutenfreie Kuchen und Spezialitäten sind keine Ausnahmen, sondern die Norm. Eigentlich sollte ich mich bei jedem Besuch am besten bei ihnen einquartieren: Täglicher Genuss ohne Reue!
Was Johanna und ihre Mama besonders gut können, das ist Ravioli zubereiten. Schon einmal habe ich ihre grandiosen Spinat-Ricotta Ravioli gepostet. Dieses Mal haben wir die gleiche Rezeptur verwendet und die Ravioli mit Knoblauch-Schmortomaten, Rucola und Salbeibutter serviert. Für die Schmortomaten haben wir Cherrytomaten mit Olivenöl beträufelt, mit Meersalz bestreut und die geschälten Knoblauchzehen daneben gelegt. Das Ganze bei 180°C Ober-/Unterhitze für 45-60 Minuten in den Ofen gegeben.
Meist werden bei der Zubereitung der Fülle Eier verwendet. Diese dienen zur Bindung. Spinatravioli bestehen z.B. klassisch aus Spinat, Ei, Parmesan und Muskatnuss. Der Nudelteig wird für die Herstellung der Ravioli zunächst sehr dünn ausgewalkt. Anschließend wird eine Teighälfte mit kleinen, meist walnussgroßen Portionen gefüllt. Die Zwischenräume bestreicht man mit Wasser oder Ei. Danach wird der Teig mit einem so genannten Ravioli-Rädchen oder –Ausstecher in Form gebracht. Danach kommen die Ravioli ins kochende Wasser und werden so lange gekocht, bis sie an der Oberfläche schwimmen. Persönlich mag ich Ravioli am liebsten mit zerlassener Butter. So entfaltet sich der Geschmack der Füllung am besten.
Dieses Mal haben wir uns bei unserer Kochsession aber an eine neue Ravioli-Form ran gewagt – nämlich mit süßer Füllung! Anfangs waren alle noch sehr skeptisch, danach alle begeistert. Johannas Mama hat den Ravioliteig dafür extra ein bisschen weniger gesalzen. Für die Füllung hab ich Brombeeren aus Johannas Garten verwendet. Natürlich könnte man auch andere Beeren nehmen oder sogar klein geschnittene Marillen oder Zwetschgen in den Teig füllen.
Ich habe eine Topfen-, Joghurt- und Schlagobers-Mischung mit etwas Vanillezucker und Zucker und Beeren gezaubert. Dazu gab es Butter-Semmelbrösel, eine heiße Himbeersauce, geröstete Mandeln und essbare Blumen. Ein wahrer Gaumen- und Augenschmaus! Hier geht’s lang zum Rezept…
