In der Presse wird Rohkost schon als nächster bzw. kommender Megatrend bezeichnet. Eh logisch, dass er aus den USA, aus Kalifornien, kommt. Und die Schönen, Attraktiven oder ewig Jungen und solche, die es möglichst lange bleiben wollen, schwören darauf. Hollywood hat also wieder einen neuen Hype. Und der isst wirklich gesund, kalorienarm und viel abwechslungsreicher als gedacht! Vor allem aber sind die Raw-Foodies oder Rohköstler damit noch lange nicht die Karotten- und Selleriestangen-Knabberer von früher.
Wenn mein Papa seinen Thunfischsalat macht – den Fisch aus der Dose, Gurkenscheibchen, gehackte Zwiebel und Pfefferoni dazu, abgeschmeckt mit Essig und Pfeffer -, so ist das kein typisches Raw Food. Daddy wüsste mit dem Begriff als solchem auch wenig anzufangen. Er ist eher das Antonym zu einem Raw Foodie. Rohkost ist ja meistens vegan oder vegetarisch und wird entweder „unbehandelt“ oder nur mit etwa 40 Grad gedämpft, also mundwarm verzehrt. Und obwohl mein Papa sehr viel für abwechslungsreiche und gesunde Küche übrig hat, ist seine Generation mit dem Trend eher überfordert. – Außer Sting und Nena und noch einige andere Promis. Ja, auch der coole Rockstar, ebenso wie die deutsche Pop-Düse aus den 1980ern sind eingefleischte, nein im Gegenteil, vegan-obsessive, Raw Foodies. So steht es zumindest in den Medien. Die gute Nachricht für Papi: Es soll auch Formen geben, die rohes Fleisch, zB Beef Tartar, und rohen Fisch, also Sushi, zur Rohkost zählen.
Typische Rohköstler von heute ernähren sich aber eher vegan und wollen ihr Essen eigentlich nicht gekocht. Denn Gemüse, Obst und Wildpflanzen und deren unbehandelt wertvolle Inhaltsstoffe sollen ihnen zu 100 Prozent zur Verfügung stehen. Das Beste im Gemüse und anderen roh genießbaren Lebensmitteln bleibt in unveränderter Qualität erhalten. Also keine Einbuße durch Erhitzen, zu lange oder falsche Zubereitung.
Auch in Wien ist der Rohkost Hype längst im Gange. Dank der langjährigen Rohkost-Pionierin Michaela Russmann und ihrem Rohgenuss, die das Thema weit über Wiens und Österreichs Grenzen bekannt gemacht hat. Kochbücher, DVDs, Blog, Workshops und Seminare und natürlich das Bio-Bistro (BioWerkstatt) der erfolgreichen Karrierefrau Russmann sprechen für die köstlich-gesunde Küche. Davon konnte ich mir auch selbst ein Bild machen. Ich war nämlich bei Michaela Russmann zu Gast. – Mehr noch, wurde ich von ihr sogar in die Rohgenuss-Weihnachtsbäckerei eingeweiht!
Unlängst habe ich hier schon von der Rohkost-Küche berichtet und meinen Raw Cheese Cake vorgestellt. Wer sich damit (noch) nicht anfreunden konnte, dem kann ich die „Rohkost Patisserie“ à la Michaela Russmann nur wärmstens, aber ungebacken, empfehlen. Mein Besuch bei ihr und die Verkostung waren ein richtig spannendes und natürlich kulinarisches Erlebnis. Diese Bäckerei ist wirklich jeden Versuch wert! Sie schmeckt nicht nur himmlisch, sondern gibt in ihrer gesunden Üppigkeit auch richtig was her.
Statt wie sonst Vanillekipferl, Ischler, Butterkekse, Crème-Törtchen & Co, wird jetzt die nährstoffreiche und gesündere Form verführerisch serviert. Natürlich hält diese Weihnachtsbäckerei nicht so lange wie die klassische, aber in jeder anderen Hinsicht ist sie gleichauf oder sogar überlegen. Abgesehen von der Weihnachtsbäckerei kann auch das ganze Weihnachtsmenü als Raw Food komponiert werden!
„Ein Genuss ohne Reue“ – das trifft es eigentlich ziemlich genau…
Vorab viel Spaß beim Ausprobieren und Naschen im Advent!











