Reissuppen deluxe!
Congee, Reis-Porridge, Milchreis oder Milchreissuppe. Seit ich vergangenes Wochenende einen TCM (Traditionell Chinesische Medizin) und Yoga Workshop besucht habe und über die gesunde Wirkung des Reis mehr erfahren habe, gibt es bei mir nun täglich ein Reisgericht. Heute möchte ich mit euch eine thailändische Frühstückssuppe namens Tschokh sowie eine Ayurvedische Zitronen-Reissuppe teilen.
Die Palette ist groß: Hell, dunkel bis schwarz, lang oder kurz, Wild-, Basmati, Vollkorn, Rundkorn- oder Langkornreis, parboiled oder poliert. Genau, die Rede ist von Reis!
Reis stellt für die Hälfte unserer Menschheit das wichtigste Grundnahrungsmittel dar: in Asien wird pro Kopf und Nase 120 kg Reis pro Jahr verspeist. Interessant zu wissen ist, dass 95% der angebauten Reismenge direkt in den Anbauländern verzehrt wird und nur 5% auf dem Weltmarkt gehandelt wird.
Botanisch gesehen ist Reis eine Gräserfrucht und zählt zum Getreide. Die meist gegessenen Sorten sind Langkorn- sowie Rundkornreis. Reis stammt ursprünglich aus China, wo bereits vor 7000 Jahren das erste Mal Reis kultiviert wurde.
Eigentlich ist Reis keine Wasserpflanze. Erst durch jahrelange Zucht und Überschwemmung hat sie sich an die Felder angepasst. Besonderer Vorteil dieser Überflutung ist, dass Schädlinge keine Chance zum Überleben haben. Reis kann nur in Ländern angebaut werden, wo ein feuchtwarmes Klima herrscht. Die hauptsächliche Reisernte (80%) wird im Nassreisanbau erzeugt. Pro Jahr sind zwischen 1-3 Ernten möglich. Es gibt jedoch auf Trockenreis, der in Gebieten mit weniger Niederschlag oder im Gebirge mit hoher Luftfeuchtigkeit angebaut wird. Bekannt sind vor allem die Reisterassenbilder aus Bali. Diese Art von Nassreisanbau wir auch in Japan und China durchgeführt.
Das gesunde Korn
Reis hat unter den Getreidesorten den höchsten Stärkegehalt. Getreide allgemein ist besonders reich an dem komplexen Kohlenhydrat Stärke. Der ernährungsphysiologische Vorteil von Stärke ist, dass sie sehr langsam ins Blut aufgenommen wird und der Blutzuckerspiegel dadurch nur sehr langsam steigt. Dadurch entsteht eine längere Sättigungswirkung.
Reis enthält viele Ballaststoffe, die zu einem längeren Kauen aktivieren. Ballaststoffe sind für unseren Körper sehr wichtig, da sie die Kontaktzeit der Darmschleimhaut mit krankmachenden Stoffen verkürzen, indem sie mit Wasser aufquellen und somit eine verstärkte Perestaltik entsteht.
Reis enthält die Mineralstoffe Jod, Eisen, Magnesium sowie Phosphor. Das enthaltene Kalium hat eine stark entwässernde Wirkung. Sein Protein- und Fettgehalt ist sehr niedrig. Jedoch setzt sich sein niedriger Proteingehalt aus essentiellen Aminosäuren zusammen, weshalb Reis so ein wichtiger Energielieferant für uns Menschen ist.
In Reis stecken die Vitamine B1, B2, B6 sowie Vitamin E. B-Vitamine stärken schwache Nerven und sind ein gutes Anti-Stress Mittel. Niacin im Reis macht stark gegen Allergien.
Reis ist glutenfrei und deshalb besonders geeignet für Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit (Zöliakie). Viele glutenfreie Produkte werden mit Reismehl oder aus Reisflocken hergestellt.
Wie kocht man Reis?
Einen Topf mit leicht gesalzenem Wasser für den Reis aufsetzen. Als Faustregel gilt, dass auf eine Tasse Reis zwei Tassen Wasser kommen. Reis in das Wasser geben, kurz aufkochen lassen und die Hitze reduzieren. Reis mit geschlossenem Deckel bei niedriger Hitze so lange weiterkochen, bis das Wasser vollständig aufgesogen ist. Die Garzeit variiert von Sorte zu Sorte. Für Parboiled-Reis (z.B. Basmatireis) rechnet man mit einer Kochzeit von 15-20 Minuten. Naturreis hingegen hat eine viel längere Kochzeit und muss 35 bis 40 Minuten gekocht werden. Wilder Reis sogar bis zu 45 Minuten.
Gekochter Reis hält sich abgedeckt im Kühlschrank bis zu vier Tagen. Ach ja und wen ihr mehr über diese tollen TCM und Yoga Wochenenden wissen wollt, dann schaut mal bei der lieben Nina Mandl vorbei.
Fotos (c) Julia Stix für Maxima Gourmet Extra, Ausgabe Dezember 2016.
