Pikante Mohn-Pancakes mit rotem Kraut

Meine verrücktesten oder soll ich sagen die spannendsten Rezeptideen bzw. -inspirationen kommen definitiv aus Australien. Dort habe ich schon so viele ausgefallene Sachen probiert – jedes Mal mit einer gewissen Skepsis, ob diese Kombi denn wirklich gut schmecken kann. Eine davon ist: Pikante Mohn-Pancakes mit Kraut.

Auch die Australier nennen das berühmte deutsche Kraut, Sauerkraut. Sie stehen regelrecht auf die fermentierte, gesunde Traditionsbeilage aus Deutschland. In Byron Bay habe ich in jedem Bio-Laden, aber auch in vielen Cafés, Sauerkraut entdeckt. Dort findet man auch oft Rotkraut fermentiert, das ich auch für mein Rezept verwendet habe.

Kraut - Urgesund

Verständlich, dass das Kraut so gehypt wird, denn es ist eine schmackhafte und vielseitige Speise. Es ist durch die Fermentation voller lebendiger Bakterienkulturen, die für eine gesunde Darmflora sorgen und unsere Abwehrkräfte stärken. Sauerkraut ist lebendige Nahrung, enthält natürliche Enzyme und Milchsäurebakterien. Da der Großteil unseres Immunsystems im Darm liegt, ist es umso wichtiger, dass wir uns gesund ernähren.

Wenn wir fermentierte Nahrungsmittel zu uns nehmen, nimmt die Anzahl der Mikroorganismen zu. Angeblich helfen fermentierte Lebensmittel auch dabei, Eiweiß besser zu verdauen sowie B-Vitamine und Vitamin C gut zu verwerten. Auch die Bioverfügbarkeit von Mineralien wie Eisen und Zink wird erhöht.

Und wie stellt man fermentierte Lebensmittel genau her?

Es handelt sich dabei und einen natürlichen Prozess, bei dem Bakterien und Pilze Lebensmittel als Wachstumssubstrat verwenden. Dabei werden energiehaltige Nährstoffe wie Kohlenhydrate in Alkohol oder in organische Säure verwandelt. Bei Sauerkraut (egal ob weißes oder rotes) tritt die Fermentierung durch natürlich vorkommende Mikroorganismen ein. Bei Brot oder Joghurt muss man zusätzlich Kulturen mit Mikroorganismen beifügen, um den Fermentierungsprozess zu starten.

 

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Pikante Mohn-Pancakes mit rotem Kraut und Spiegelei
2 Personen

Zutaten:

3 Eier + 2 für Spiegelei

190 ml Buttermilch oder pflanzliche Mandelmilch

70 g Buchweizenmehl

60 g Reismehl

1 EL Birkenzucker

1 TL Backpulver

40 g Mohn gemahlen

1-2 EL Kokosöl

Fermentiertes Rotkraut* (oder weißes Sauerkraut oder Kimchi - selbstgemacht oder gekauft)

1 Frühlingszwiebel

4 Radieschen

½ Becher Sauerrahm

1-2 EL Olivenöl

Salz und Pfeffer

 

*Zutaten für ein einfaches fermentiertes Rotkraut:

1 mittelgroßer Kopf Rotkraut

20 g Meersalz

1 EL Wacholderbeeren

2 Lorbeerblätter

1 säuerlichen Apfel, z.B. Boskop

Zubereitung:

  1. Eier trennen. Eiweiß mit Salz steif schlagen.
  2. Eigelb mit Buttermilch oder pflanzlicher Milch verrühren. Mehle, Backpulver, Zucker und Mohn hinzugeben und nun steifes Eiweiß unterheben.
  3. Kokosöl in einer Pfanne zergehen lassen und Pancakes portionsweise herausbacken.
  4. Kraut warm machen. In einer weiteren Pfanne Spiegeleier zubereiten.
  5. Frühlingszwiebel waschen und in feine Ringe schneiden. Sauerrahm in einer Schüssel mit Olivenöl, Salz, Pfeffer und Frühlingszwiebel mischen. Radieschen waschen und in feine Scheiben schneiden
  6. Mohn-Pancakes auf Teller anrichten und mit Sauerkraut, Spiegelei, Sauerrahm und Radieschen servieren.

Zubereitung fermentiertes Rotkraut:

Zubereitung fermentiertes Rotkraut:

  1. Kraut waschen und fein hobeln bzw. in feine Streifen schneiden. Kraut in eine große Schüssel geben und Salz darüber geben. Mit Einweg-Handschuhen Kraut kräftig kneten, bis der Saft aus dem Rotkraut tritt. Kraut eine Weile stehen lassen. Die Flüssigkeit brauchen wir dann für das Einmachglas später.
  2. Apfel schälen, vom Kerngehäuse entfernen und in kleine Würfel schneiden. Apfelwürfel gemeinsam mit Wacholderbeeren und Lorbeerblätter unter das Rotkraut geben und alles gut vermengen. Alles in ein großes Einmachglas geben und gut festdrücken, so dass alles mit Flüssigkeit bedeckt ist.
  3. Kraut im Glas für ca. 2-3 Wochen im Küchenregal (eher kühl und dunkel lagern) fermentierten lassen und anschließend in den Kühlschrank geben.