Blutorangen Schokoladenkuchen
Eine tiefe Schokoladen-Note, fruchtige Anleihen bei der Blutorange, vollmundig und sanft am Gaumen, ausbalancierte Aromen, kräftig im Abgang… – Nein, keine Weinbeurteilung, sondern einfach „ein wahnsinnig guter Schokokuchen mit Blutorangen“, auf den das alles zutrifft. Meine Familie war begeistert.
Blutorangen
Schokolade und Orangen oder Mandarinen fanden sich immer auch im Nikolaussack, den ich noch im Kindergarten bekam. Jahrzehnte früher – bei Oma und Opa – war das noch eine Besonderheit, denn Schokolade und Orangen waren begehrte Spezialitäten, die es selten gab. Speziell die Blutorangen, die ihren Namen von der tiefroten Farbe ihres Fruchtfleisches und roten Saftes haben, sind aufgrund ihrer Süße häufig nachgefragt. Sie sind auch seltener und meist teurer als helle Orangen. Für die perfekte Reifung der Frucht braucht es nämlich große Temperaturunterschiede, also ein wechselhaftes Klima. Das ist in Sizilien der Fall, wo es tagsüber warm und nachts kalt ist, und macht die Insel zum Hauptanbaugebiet. Die farbgebenden Anthocyane können sich bei diesem Klima entwickeln und sorgen für die Verfärbung des hellen Fruchtfleisches. Anthocyane stärken die Abwehrkräfte und beugen Entzündungen vor. Blutorangen enthalten 14 verschiedene Vitamine, vorwiegend Vitamin C, dem Immunbooster.
Selbstgemachte Marmelade
Aber zurück zum Kuchen, der durch die frisch gemachte Blutorangen-Marmelade seine fruchtig-aromatische Saftigkeit erhält: Sie wird in die Schokoladen-Masse gerührt und macht sie besonders zart. Basis für die Luftigkeit des Kuchens. Schokolade und Orange sind als Kombination immer schon spannende Gegensätze, die dem Gaumen schmeicheln. Hintereinander verzehrt, in einer Schoko-Orangen-Schokolade oder als Füllung von Schoko-Keksen, für exklusive Schokolade-Desserts und ideal auch in diesem Kuchen. Durch die Marmeladenzubereitung wird er nur ein bisschen aufwändiger (ist ruckzuck fertig; vor allem im Thermomix) – aber die Hälfte der eingekochten Menge ist ein feiner Vorrat: Einsatzbereit für den nächsten Kuchen, als Fruchtaufstrich, zu Käse oder pikanten Vorspeisen gereicht, mit scharfen Gewürzen neu interpretiert. Ideal ist Blutorangen-Marmelade mit Bitterschokolade bzw. Schokolade mit hohem Kakaoanteil. So ergibt sich eine wunderbare Balance von herb und süß. Wie in meinem Schoko-Blutorangen-Cake.
Er ist ein köstliches Dessert und eignet sich perfekt als krönender Abschluss jedes winterlichen Menüs. Aber dank der klassischen Hauptzutaten Schokolade und Orange macht er sich wohl zu jeder Jahreszeit richtig gut. Dekoriert mit dünnen Blutorangen-Scheiben ist dieser Cake immer gourmetverdächtig. – Und er hält geschmacklich alles, was er verspricht!
